Ratgeber
Lebenslauf schreiben: Aufbau, Inhalte und Tipps
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Der Lebenslauf ist oft das erste Dokument, das sich Personalverantwortliche ansehen – und meist das, bei dem sie am längsten verweilen. Im deutschsprachigen Raum hat sich der tabellarische Lebenslauf durchgesetzt: klar gegliedert, rückwärtschronologisch und auf ein bis zwei Seiten begrenzt.
Der richtige Aufbau
Bewährt hat sich diese Reihenfolge:
- Persönliche Daten: Name, Anschrift, Telefon und E-Mail; optional Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit und Foto
- Kurzprofil: drei bis fünf Sätze, die zeigen, wer du beruflich bist und was du mitbringst
- Berufserfahrung: die aktuelle Station zuerst – mit Zeitraum, Position, Arbeitgeber und den wichtigsten Erfolgen
- Ausbildung und Studium: der höchste Abschluss zuerst; mit Berufserfahrung genügt beim Schulabschluss meist der letzte
- Weiterbildungen und Zertifikate
- Kenntnisse: Fachwissen, Software und Methoden
- Sprachen mit Niveau, zum Beispiel nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (A1 bis C2)
- Interessen und Engagement – optional, aber hilfreich, wenn sie zur Stelle passen
- Ort, Datum und Unterschrift
Stehst du noch am Anfang deiner Laufbahn, etwa direkt nach Schule oder Studium, darf die Ausbildung vor der Berufserfahrung stehen. Entscheidend ist, dass das Relevanteste zuerst kommt.
Rückwärtschronologisch und lückenlos
Innerhalb jedes Abschnitts beginnst du mit dem jüngsten Eintrag. Zeiträume gibst du als Monat und Jahr („03/2021 – heute“) oder taggenau („01.03.2021 – heute“) an – entscheidend ist, dass das Format im ganzen Dokument einheitlich ist. Lücken von mehr als drei Monaten fallen auf: Benenne sie ehrlich und knapp – etwa „Elternzeit“, „Pflege eines Angehörigen“ oder „berufliche Neuorientierung“.
Wie lang darf ein Lebenslauf sein?
Für Berufseinsteiger reicht eine Seite, mit einigen Jahren Berufserfahrung sind zwei Seiten üblich. Mehr solltest du nur in Ausnahmen füllen, etwa bei einer wissenschaftlichen Laufbahn mit Publikationsliste. Kürze lieber ältere Stationen, als die Schrift zu verkleinern – unter 10 pt leidet die Lesbarkeit.
Bewerbungsfoto: ja oder nein?
In Deutschland ist ein Bewerbungsfoto seit Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) im Jahr 2006 freiwillig; viele Unternehmen verzichten bewusst darauf, es anzufordern. Trotzdem legen zahlreiche Bewerberinnen und Bewerber eines bei. In Österreich und der Schweiz ist ein Foto weiterhin verbreitet. Wenn du eines verwendest, dann ein aktuelles, professionelles Porträt im Hochformat.
Persönliche Angaben: Was gehört hinein?
Erforderlich sind nur Name und Kontaktdaten. Geburtsdatum, Geburtsort, Staatsangehörigkeit und Familienstand sind freiwillig. Religion, Gesundheitsangaben oder die Berufe der Eltern gehören nicht mehr in einen modernen Lebenslauf.
Fit für Bewerbermanagement-Systeme (ATS)
Viele Unternehmen lesen Bewerbungen zunächst automatisch ein, etwa mit Personio oder SAP SuccessFactors. Damit dabei nichts verloren geht:
- Sende ein PDF mit echtem, markierbarem Text – keinen Scan und kein Bild.
- Verwende übliche Überschriften wie „Berufserfahrung“ oder „Ausbildung“.
- Verzichte auf Text in Grafiken und auf Fortschrittsbalken ohne Beschriftung.
- Greife Begriffe aus der Stellenanzeige auf, sofern sie auf dich zutreffen.
Ort, Datum und Unterschrift
Klassisch endet der Lebenslauf mit Ort, Datum und Unterschrift. Bei Online-Bewerbungen ist die Unterschrift nicht zwingend, wirkt aber sorgfältig. Achte darauf, dass das Datum zu deinem Anschreiben passt.
Checkliste vor dem Absenden
- Rechtschreibung geprüft – am besten von einer zweiten Person
- Kontaktdaten aktuell, seriöse E-Mail-Adresse
- Zeiträume vollständig und einheitlich formatiert
- Höchstens zwei Seiten
- Aussagekräftiger Dateiname, z. B. „Lebenslauf_Vorname_Nachname.pdf“
Häufige Fragen.
Muss ein Lebenslauf unterschrieben werden?
Nein. Bei Bewerbungen per E-Mail oder über Online-Portale ist keine Unterschrift erforderlich. Ort, Datum und eine Unterschrift – eingescannt oder im Generator direkt gezeichnet – wirken jedoch sorgfältig und sind im deutschsprachigen Raum weiterhin üblich.
Wie weit reicht ein Lebenslauf zurück?
Mit Berufserfahrung genügen in der Regel der höchste Schul- beziehungsweise Berufsabschluss und alle beruflichen Stationen. Die Grundschule gehört nicht hinein.